Brief vom Generaloberer über den Hl. Clemens Hofbauer

 

Botschaft zum Fest des hl. Klemens Hofbauer CSsR
„ Das Evangelium neu verkünden“

Liebe Mitbrüder, Schwestern, Assoziierte und Freunde!


Während dieses Jahres, in dem wir die Berufung zum redemptoristischen Missionar besonders betonen, gibt uns die Lebensgeschichte des hl. Klemens Hofbauer Einblicke in die aufsehenerregenden Wege, auf denen Gott Menschen ruft, damit sie sich einlassen auf die missionarische Berufung unserer Kongregation.

Klemens Hofbauer war bereits 33 Jahre alt, als er  zusammen mit seinem Freund Thaddäus Hübl in das Noviziat der Redemptoristen aufgenommen wurde. Obwohl er eine starke Berufung zum missionarischen Leben und zum Priestertum verspürte, drohten verschiedene Hindernisse seine Hoffnungen zu zerstören. Dennoch ließ er nicht ab, nach einem Weg zu suchen, um auf das, was er als Gottes Wille erfuhr, zu antworten. Er studierte in Wien Theologie, verbrachte eine Zeit als Eremit und Katechet in Tivoli, las
religiöse Bücher, pflegte eine intensives Gebetsleben und machte sich auf Pilgerfahrt nach Rom. Es war bei dieser Gelegenheit, dass er den  Redemptoristen-Missionaren begegnete, die in der Kirche von San Giuliano tätig waren. So bat er um Aufnahme in die Kongregation.

Seine aufsehenerregende Geschichte endet nicht an diesem Punkt. Hier begann sie vielmehr neu. Weniger als ein Jahr nach ihrer Profess als Redemptoristen überquerte er und Thaddäus wieder die Alpen, um die Kongregation des Heiligsten Erlösers in neuen Gebieten einzuführen. Weniger als zwei Jahre später hatte er in Warschau das erste Haus der Redemptoristen außerhalb von Italien gegründet. Sein missionarischer Dynamismus verwandelte die kleine Kirche von St. Benno in ein pastorales Zentrum, das Tausende anzog. Junge Männer schlossen sich der Kongregation an, neue Niederlassungen fasste man ins Auge, soziale Hilfswerke wurden eingerichtet und neue Formen der Evangelisierung entstanden. Immer wieder  betonte er:  Das Evangelium muss neu verkündet werden, jedem Alter, in jeder Generation, in einer Sprache, die das einfache Volk verstehen kann.

Dabei begegnete Klemens fortgesetzt großen Schwierigkeiten. Sein Mitbruder und  Gefährte Thaddäus Hübl starb während einer Zeit der Verfolgung. Viele seiner Aufgaben wurden durch die staatlichen Autoritäten beendet. Er machte die Erfahrung, dass andere Priester und kirchliche Obrigkeiten ihn nicht stützten oder eifersüchtig wurden. Ihm und seinen Mitbrüdern drohte womöglich die Vertreibung aus Warschau. In den nächsten zwölf Jahren versuchte er, zahlreiche andere Gründungen zu errichten. Jede dieser Initiativen schlug fehl. Er zog viele junge Männer an, die den Wunsch hatten, in die Kongregation einzutreten und in dieser missionarischen Lebensform im Dienst der überreichen Erlösung zu leben.

Es gelang ihm nicht, ein Noviziat zu errichten, und man  konnte nicht in Gemeinschaf leben. Als er am 15. März 1820 starb, schien es, als wären alle seine Anstrengungen fehlgeschlagen und als hätte er nichts erreicht. Aber Gott hatte andere Pläne.

Einen Monat nach seinem Tod, am 19, April 1820, erlaubte der Kaiser, dass die Kongregation des Heiligsten Erlösers Gründungen im Österreichisch-Ungarischen Kaiserreich errichtete. Bald wurden jene jungen Männer, die so lange darauf gewartet hatten, ihre missionarische Berufung zu leben, in das Noviziat aufgenommen. Von Wien aus verbreitete sich die Kongregation in Nordeuropa, in Nordamerika und
darüber hinaus. Der hl. Klemens Hofbauer wurde 1909 heiliggesprochen; Im Jahr 1914  - also vor 100 Jahren - wurde er als zweiter  Stadtpatron von Wien erklärt.


Das Leben und die Berufungsgeschichte des hl. Klemens Hofbauer ist ein beeindruckendes Zeugnis, wie die Kraft Gottes unsere Misserfolge in günstige Gelegenheiten verwandelt und missionarische Berufungen an den ungünstigsten Orten erwecken kann. Wenn wir heute sein Fest feiern, dann erinnern wir uns an seine
zielstrebige Beharrlichkeit und Treue, gepaart mit einer großen Vision und Kreativität.
Möge Gott weiterhin unsere Kongregation und unsere missionarische Berufung im Geist des hl. Klemens erneuern. Möge der Erlöser durch die Gnade und die Kraft des Hl. Geistes auch in Zukunft junge Männer und Frauen berufen, dass sie in unserer Zeit die missionarische Berufung ergreifen. Maria, die Mutter von der Immerwährenden Hilfe möge uns in unserer Sendung begleiten.


Ich wünsche Euch einen gesegneten und von Freude erfüllten Festtag des hl. Klemens!


Euer Bruder im Erlöser

Michael Brehl CSsR, Generaloberer                               

 

Veröffentlicht am: 2014-03-14


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