Redemptoristenpater besucht Flüchtlinge in Nord-Irak

 

Unser Mitbruder P. Paulus Sati ist am 14.8.2014 mit einem Erkundungstema von Malteser International von Deutschland nach Erbil geflogen um die Hilfe für die Flüchtlinge zu organisieren.

In der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan sind in wenigen Tagen 24 improvisierte Lager entstanden. Sie befinden sich vornehmlich auf Kirchengrundstücken oder in Schulen. 
Vor allem die Gesundheitsversorgung der Flüchtlinge stellt die lokalen Helfer vor große Probleme. Es zeigen sich insbesondere Krankheitsbilder wie Hitzschlag und Austrocknung, bedingt durch die Hitze und die beschwerliche Flucht.

P. Paulus Sati ist gebürtig aus Mossul (Irak), lebt aber seit seiner Kindheit in West-Europa. Er ist Seelsorger für die chaldäische Gemeinschaft in Antwerpen (B).

In den letzten Tagen hat unser Generaloberer Michael Brehl einen Brief anlässlich der Situation in Nord-Irak an die Kongregation geschrieben. Sein Brief ist die Unterstützung für einen Brief von Erzbischof Bashar Warda von Erbil, ein Irakischer Redemptoristen, der um Hilfe bitte. Beide Briefe sind hier unten hinzugefügt.

 


 

Liebe Mitbrüder und Freunde,

 

Alle von uns sind sich sehr bewusst über die schwere humanitäre Krise im Irak. Wir müssen nicht nur für den Frieden beten, und die internationalen Bemühungen um ein Ende der Gewalt und des Krieges unterstützen,  sondern  wir sind uns sehr bewusst über die Bedürfnisse von Tausenden von Familien, die aus ihren Häusern vertrieben wurden. Wie unser Mitbruder, Erzbischof Bashar Warda C.Ss.R., in seinem Brief* erzählt, sind nun viele Zehntausende Flüchtlinge abhängig von der Unterstützung der christlichen Gemeinde in der Erzdiözese Erbil.

 

Der Heiligen Vater hat diese Woche wieder in seiner Angelus-Ansprache appelliert an alle Menschen guten Willens, nicht nur für den Frieden zu beten, sondern auch um den leidenden Menschen im Irak konkrete Hilfe zu bieten. Durch Erzbischof Bashar bekommen wir die Möglichkeit konkret auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Ich ermutige Sie im Gesicht der Krise so großzügig wie möglich zu sein, so dass die Erzdiözese von Erbil und die ganze christliche Gemeinschaft diese Flüchtlingsfamilien helfen können. In ihrem Namen danke ich Ihnen für Ihre Großzügigkeit.

 

Möge der Gott des Friedens und der Gerechtigkeit den Schrei seines Volkes hören und durch die Bemühungen um Frieden in Irak wiederherzustellen reagieren. Möge Maria, die Mutter der Unterdrückten und Flüchtlinge, diese Familien begleiten. Möge Gott die christliche Gemeinschaft segnen, während er auf ihnen zu kommt, um sich in der Stunde der Krise um ihnen zu kümmern.

 

Ihr Mitbruder in der Erlöser,

 

Michael Brehl C.Ss.R., Generaloberer.

 



* Der Brief von Erzbischof Bashar Warda C.Ss.R.

 

Liebe Brüder in Christus,

 

Unsere christliche Gemeinde in Mosul ist weg. In Ankawa sind jetzt ungefähr eintausend  Familien mehr aus Mosul als vor drei Monaten. Wir heißen unsere Brüder und Schwestern wie gut wie wir können Willkommen. Viele unserer Familien verdoppeln sich mit Verwandten, die die Gewalt geflohen sind. Zusätzlich vertriebenen Seelen sind in Camps. In den letzten Tagen haben die kurdische Immigrationsbehörden die erzbischöfliche Büros genützt, so dass sie die Anfragen für den Aufenthalt in den Kurdischen Provinzen registrieren können.

Die Gemeinschaften, die sich in der Nähe von Mosul befinden, erwarten nun innerhalb den kommenden Wochen zusätzliche Schwierigkeiten und Bedrohungen für ihre Sicherheit. Mangel an Wasser, Nahrung und Strom verschlimmern die Situation. Unser Kampf um die unmittelbaren Bedürfnisse dieser jüngsten Mitglieder unserer Flüchtlingsgemeinschaften zu erfüllen, wird lange dauern.

Ich wende mich zu Ihnen, meine Mitbrüder in dieser Kongregation, mit einer

Bitte für großzügige Geldspenden, die uns helfen das Leiden zu linderen.

Ihre Beiträge werden es uns ermöglichen Nahrung, Hausrat und Sachen für Basishygiene zu geben.

Viele von uns in der Erzdiözese Erbil kamen vor ein paar Jahren hier an. Wir

haben selber erlebt, was diese zuletzt vertriebenen Familien erfahren haben. Als christliche Gemeinschaft sind wir in dieser Situation zusammen, und wir

schauen weiterhin langfristig voraus. Unsere Hoffnung, ob Familien auswanderen oder ob sie im Irak bleiben, ist die Stabilität und den Frieden Christi.

Diejenigen von uns, die sich entscheiden im Irak zu bleiben, tun dies, weil wir unsere Heimat lieben und glauben, dass es eine Zukunft für uns gibt. Stabilität ist wichtig für unsere Wohlbefinden, wie Ausbildung und Arbeit. Alle von uns bemühen sich unser Teil zu tun, um einen dauerhaften Frieden, und ein Leben in einer gerechten, pluralistischen Gesellschaft zu erreichen. Ihre Wohltätigkeit wird eine Schlüsselrolle spielen, so dass wir wieder neu anfangen können.

 

In Christus, dem Erlöser,

Bashar M. WARDA C.Ss.R.

Chaldäische Erzbischof von Erbil

 

 

Veröffentlicht am: 2014-08-18


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