Junge Menschen in der großen Welt: das Volunteeringprojekt der Redemptoristen

 

Von Bonn aus schicken die Redemptoristen jedes Jahr etwa zehn junge Männer und Frauen, nach Schulabschluss, an verschiedene, herausfordernde Orte in der Welt. Dort setzen diese sich für ein Jahr als Ehrenamtliche ein und entwickeln sie Lebenserfahrung und bekommen sie Inspiration. Als weltweite Gemeinschaft verfügt die Kongregation über viele solche Orte in allen Weltteilen. Mehr erfahren Sie auf www.rvm-volunteering.org/ Hierunten lesen Sie den Erfahrungsbericht von einem Volunteer, , Christoph Alberts in Peru.

 

lima_rvm_1072Nun ist es also schon mehr als zwei Monate her, dass ich in Lima gelandet bin. Ich habe mich sehr darauf gefreut, Mitglied in einem sozialen Projekt der Redemptoristen zu werden, und darüber hinaus mehr über die lateinamerikanische Lebensweise zu erfahren. Insbesondere die Chance, die theologische Lebenswirklichkeit nach dem zweiten vatikanischen Konzil weckte in mir Neugierde.

 

Eine Woche vor Abflug durfte ich mit den zehn weiteren RVM-Volunteers im Klooster Wittem Teilnehmer eines informativen Seminars sein, in dem wir uns intensiv auf unseren Freiwilligeneinsatz in den entsprechenden Ländern vorbereitet haben. Unteranderem spielte hierbei die Einführung auf das jeweilige Einsatzland im Hinblick auf die Arbeitserfahrung unter anderen kulturellen Bedingungen eine Schlüsselrolle. Die Vorbereitung im Kloster Wittem wurde dadurch aufgewertet, dass viele Volunteers die Möglichkeit hatten, mit den Vorgängern in Kontakt zu treten und ferner stellenspezifische Informationen zu erhalten.

 

Der Volunteer in Lima, in diesem Jahr bin das ich, arbeitet in verschiedenen sozialen Bereichen in einem sehr lebendigen Stadtteil Limas mit knapp 160.000 Einwohnern. So habe ich als Volunteer die Möglichkeit sowohl mit Kindern und Jugendlichen im armen Stadtviertel Santa Anita zu arbeiten, als auch Zeit mit Erwachsenen und Senioren zu verbringen. Diese Vielfalt der Arbeitsmöglichkeiten ist dadurch zu begründen, dass der Hauptarbeitspunkt in dem sechs von Redemptoristen betriebenen Kapellen in Santa Anita zu lokalisieren ist. Die Kapellen sind in Peru nicht nur Ort für die täglichen Messen, sondern vielmehr Treffpunkt für Jung und Alt Das heißt, dass beispielsweise eine Kapelle in der Regel jeweils Räumlichkeiten für soziale Angebote und eine Essensausgabe für die Kinder und Jugendlichen („Comedores“) beinhaltet.

 

Die „Comedores“ sind Dreh- und Angelpunkt vieler Schulkinder Limas, denn diese bieten den Schülerinnen und Schüler ein kostengünstiges Mittagessen an. Darüber hinaus gibt es in den Räumlichkeiten der jeweiligen sozialen Zentren täglich wechselnde Angebote für alle Personengruppen des Gemeindebereiches. In den letzten Wochen durfte ich nicht nur in den Küchen der jeweiligen Comedores aushelfen, sondern auch nach dem Mittagessen, die Hausaufgabenbetreuung leiten, Deutschunterricht geben, eine Seniorengruppe begleiten, Veranstaltungen einer Jugendgruppe organisieren und darüber hinaus mit den Kindern der Comedores verschiedene Spiele entwickeln und durchführen. Insbesondere durch das Organisieren und die Durchführungen der jeweiligen Veranstaltungen mit der Jugendgruppe, eröffnen sich dem Volunteer viele Gelegenheiten, die Kultur Lateinamerikas zu erkennen und ebenso Teil dieser zu werden.

 

Durch viele offene Gespräche und dem Austausch von Ansichten, Meinungen und Erfahrungen wird die Erweiterung des Blickfeldes des Volunteers ermöglicht. So genieße ich insbesondere diese beiden Nachmittagsaufgaben unter dem Aspekt meiner persönlichen Entwicklung hinsichtlich meiner interkulturellen Fähigkeiten. Auch durch das tagtägliche Miteinander in den Comedores, das durch Spiel, Spaß und Freude gekennzeichnet ist, wird mir jeden Tag bewusst, wie wertvoll insbesondere für die Kinder und Jugendlichen die scheinbar kleinsten, aber in Wahrheit größten zwischenmenschlichen Interaktionen sind.

 

Neben der Arbeit in den Kapellen, lebt der Volunteer in Peru mit sechs Geistlichen der Redemptoristen und zwei Studenten der katholischen Theologie im Herzen Santa Anitas zusammen. Auch das Zusammenleben der Kommunität ist durch eine große Offenheit, eine große Solidarität und eine hohe Gesprächsbereitschaft gekennzeichnet. Aus diesen Gründen freue ich mich tagtäglich neu darauf, zu erkennen, was es heißt in einer Glaubensgemeinschaft zu leben und zu arbeiten.

 

Veröffentlicht am: 2017-07-08


Andere Nachrichten