Kloster Wittem wird zu groß

 

Seit die Redemptoristen sich vor 182 Jahren in Wittem niedergelassen haben, hat sich das Kloster zu einem angesehenen Ort für Forschung und Ausbildung entwickelt und ist schon seit fast einem Jahrhundert ein beliebter Wallfahrtsort. Dank der großen Klosteranlage konnten wir ein vielseitiges pastorales Zentrum werden - ein Wallfahrtsort im weitesten Sinne des Wortes.

 

Darauf können wir stolz sein, aber zurzeit macht es uns auch Sorgen. Die „Seele" des Ganzen, die Gemeinschaft, wird kleiner und immer älter. Das Gebäude ist zu einem sehr geräumigen Mantel geworden! Auch die finanzielle Basis ist unsicher. Wir sind dankbar dafür, dass sehr Viele in all den Jahren ein Herz für Wittem hatten und bis heute großzügige Förderer des Klosters sind. Die Wartung und Verwaltung eines so großen Gebäudes ist jedoch mit hohen Kosten verbunden. Wegen der stetig sinkenden Zahl der Kirchenbesucher und alternden Bevölkerung, die das Kloster traditionell finanziell unterstützt haben, sinkt das Einkommen. Der Etat weist jedes Jahr rote Zahlen auf. Der Vorstand der Redemptoristen bemüht sich nach Kräften, diese Engpässe aus anderen Quellen zu decken. Aber es kann so nicht weitergehen, denn die Einnahmen stehen auch anderswo unter Druck und die Ausgaben steigen!

 

In den letzten Jahren haben wir alles daran gesetzt, neue Einnahmequellen für Kloster Wittem zu erschließen, z. B. durch die Vermietung von leer stehenden Räumen oder die Eröffnung eines Klosterhotels. Dafür sind jedoch erhebliche Investitionen erforderlich, die sich langfristig nicht amortisieren lassen. Die Hoffnung auf einen signifikanten externen Finanzierungsbeitrag war nicht realistisch.

 

Kirchen und Klöster müssen überall geschlossen werden. Wir hoffen, dass es für Wittem nicht so weit kommen wird, dafür ist uns die pastorale Bedeutung von Kirche und Kloster zu wichtig. Die Frage ist jedoch, ob wir in Zukunft das gesamte Gebäude mit all den damit verbundenen finanziellen Lasten brauchen werden. Die Zukunft von Kloster Wittem muss von einem neuen Ausgangspunkt aus betrachtet werden - der größte Teil der Klosteranlage wird aufgegeben. Was ist dann nötig, die wesentlichen Aufgaben von Kloster Wittem weiterzuführen? Wir denken, dass mit einer Konzentration auf der linken Seite des Gebäudekomplexes, die Räume direkt um die Kirche, die Liturgie und die Seelsorge nicht an Schwung verlieren werden.

 

Ausgangspunkt ist zudem, dass es eine Leb- und Arbeitsgemeinschaft geben muss, auch wenn der Anteil der Patres nur gering sein wird. Wo kann eine solche Gemeinschaft ihren Platz finden?

 

Alles, was jetzt getan werden muss, wird Zeit in Anspruch nehmen. Es muss sorgfältig versucht werden, einen neuen Eigentümer für das Hauptgebäude und umliegende Grundstücke zu finden, mit dem wir hoffentlich eine gute Zusammenarbeit aufbauen können.

 

Kurz gesagt: Kloster Wittem macht weiter, wenn auch in konzentrierter Form. Die Gemeinschaft, ihre Mitarbeiter und Freiwilligen arbeiten weiterhin daran, dass Wittem ein „Ort der Selbstbesinnung“ bleibt, an dem viele Menschen noch viele Jahre lang Trost und Inspiration finden. Wir danken Ihnen im Voraus für die Unterstützung und Sympathie, die wir uns auch in Zukunft von Ihnen erhoffen.

 

Wittem, Dezember 2017

p. Henk Erinkveld CSsR, Superior Kloster Wittem

 

Veröffentlicht am: 2018-01-17


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