Theologisch Pastorales Forum - Thema: 'Heilung statt Erlösung?'

 

Unter dem Titel "Heilung statt Erlösung?" fand vom 26-28.September zum vierten Mal das Theologisch-Pastorale Forum der Provinz St. Clemens statt.
Der Umgang unserer Kultur und Gesellschaft mit Gesundheit, Heil und Heilung als Herausforderung an Seelsorge und Pastoral
Der Anlass für diese Themenwahl war, dass Gesundheit in unserer Gesellschaft ein immer wichtiger werdender Wert ist. Er scheint sogar andere Werte zweitrangig zu machen oder zu verdrängen. Manche sprechen dabei bereits von einem Kult oder einer Religion der Gesundheit. Gesundheit tritt an die Stelle Gottes und Heilung wird zum Ersatz für Erlösung. Theologisch ausgedrückt: Gesundheit wird auf die Ebene des Sakralen gehoben und andererseits werden Heil und Erlösung verdiesseitigt.
Dazu kommt dass nicht-christliche Spiritualität und Alternativmedizin (vor allem aus fernöstlichen oder angeblich vorgeschichtlichen Quellen) wegen ihrer vermeintlich größeren Leibfreundlichkeit für viele an Attraktivität gewonnen haben, zumeist in eklektischen und wenig authentischen Formen.
Diese Sachlage stellt uns vor eine pastorale Herausforderung, zumal Gesundheit und Heilung auch klassische Themen der Seelsorge sind. Das fängt schon in der Bibel an. Krankheit und Heilung sind auch vordergründig bei Gebetsanliegen in Gottesdiensten und Wallfahrten präsent. Aber auch in persönlicher, geistlicher Begleitung stoßen wir auf Fragen um körperliche und psychische Gesundheit. Geistige Gesundheit lässt sich dabei nicht immer von religiöser Reife trennen. Neuerdings weisen wissenschaftliche Studien darüber hinaus auf die gesundheitliche Wirkung von religiöser Praxis hin.
Wie verbinden wir (wieder) das Eine mit dem Anderen? Wie überwinden wir die bloße Kulturkritik und  wie können wir kritisch und fruchtbar bei den Anliegen des heutigen Menschen anknüpfen? Redemptoristisch ausgedrückt: Was heißt es, Erlösung ganzheitlich und dialogisch zu verkündigen?
Der ehemalige CoJoBo-Schüler und Hochschullehrer Dr. Walter Bruchhausen ist in den Bereichen Medizin, Philosophie, Theologie und Kulturanthropologie zuhause. Er begleitete uns während des Pastoralforums und gab gute Impulse zum Thema.

In der Evaluierung am Ende war allen auch sehr dankbar für die gegenseitigen Kontakte während der Pausen, Mahlzeiten und in den Abendstunden.

Alle anwesenden waren sich einig, dass es wieder eine sehr gelungene Tagung war.

 

Veröffentlicht am: 2012-09-28


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