Heiliger Alfons von Liguori (1696-1787)

 

Alfons Maria von Liguori wurde in einer adeligen Familie in Marianella bei Neapel geboren. Er bekam strengen und anspruchsvollen Unterricht von Privatlehrern. Schon in jungen Jahren zeigte sich ein Talent fürs Malen, spielte er Cembalo und veröffentlichte einen Gedichtband.
Mit 16 Jahren promovierte er in kirchlichem und weltlichem Recht und drei Jahre später führte er seinen ersten Prozess. Im Jahre 1723 verlor er durch eine Intrige einen wichtige Verhandlung. Getroffen von diesem Fehlschlag beschloss er, sein Leben von Grund auf zu ändern, und begann, Theologie zu studieren. Drei Jahre später wurde er zum Priester geweiht. Alfons war betroffen von der Not der Armen in Neapel und kämpfte für deren Wohl.
Wegen Krankheit sah er sich gezwungen, die Stadt eine Zeit lang zu verlassen. In dem Bergdörfchen Scala in der Nähe von Amalfi sah er, dass die arme Bevölkerung die Frohe Botschaft des Evangeliums völlig entbehren musste. In der Hoffnung, hier abhelfen zu können, stiftete er zusammen mit Schwester Maria Celeste Crostarosa im Jahre 1731 die Kongregation der Redemptoristinnen. Ein Jahr später stiftete er dann den männlichen Zweig, die Kongregation der Redemptoristen.
Im Jahr 1762 wurde er – gegen seinen Widerstand – Bischof von Sant‘Agata dei Goti bei Neapel. Besondere Aufmerksamkeit widmete er den Studien der Priester seines Bistums in Moraltheologie und sorgte sehr für die Armen.
In seinen letzten Lebensjahren war Alfons fast taub und blind; wegen der Gicht war er an einen Rollstuhl gebunden oder manchmal bettlägerig. Er hat 111 Schriften veröffentlicht, vor allem auf dem Gebiet der Moraltheologie. Er verkündete vor allem einen barmherzigen Gott, entsprechend des Wappenspruchs der Redemptoristen: „Bei Ihm ist Erlösung in Fülle“.
Pater Alfons von Liguori wurde 1839 heiliggesprochen, 1871 zum Kirchenlehrer erhoben und im Jahre 1950 zum Patron der Beichtväter und der Moraltheologen bestimmt.