Seliger Kaspar Stanggassinger (1871-1899)

 

Kaspar wurde in Berchtesgaden in Bayern geboren. Gegen den heftigen Widerstand seines Vaters war er im Jahre 1892 vom Bischöflichen Priesterseminar zu den Redemptoristen gegangen, die infolge des Kulturkampfes vertrieben, aber in Bayern seit zwei Jahren stillschweigend zurückgekehrt waren. Kaspar begann sein Noviziat in der kleinen Gemeinschaft von Gars, aber beendete es in dem sichereren Dürrnberg in Österreich. Dort beendete er auch sein Theologiestudium und wurde 1895 zum Priester geweiht.
Wegen der illegalen Situation der Kongregation in Deutschland sollte Kaspar in die Mission nach Brasilien gehen; aber als gerade alle Vorbereitungen getroffen waren, kam völlig unerwartet die Kaiserliche Zustimmung zur Anwesenheit der Redemptoristen im Deutschen Reich.
Kaspar wurde zum Lehrer und Präfekten am Jungenkonvikt im österreichischen Dürrnberg bestimmt. Dort zeigte sich seine persönliche Stärke. Seine Ungezwungenheit hob sich wohltuend gegenüber dem gezwungenen Stil seiner Zeit ab; vor allem sein positiver Umgang mit der Jugend fiel auf. Sein Einfühlungsvermögen und das Vertrauen, das er seinen Schülern schenkte, bildeten das Geheimnis seiner Beliebtheit und seines pädagogischen Erfolges.
Er war seiner Zeit weit voraus. Singen und Musizieren, Sport und Spiel fand er wichtig. Er war aufmerksam für den ganzen Menschen und war offen für neue Entwicklungen in Kirche und Welt.
Im Jahre 1899 zog Stanggassinger in das neu erbaute Jungenkonvikt in Gars ein. Er wurde zum Direktor ernannt, aber starb vierzehn Tage später an einer akuten Blinddarmentzündung im Alter von 28 Jahren.
Pater Kaspar Stanggassinger wurde im Jahre 1988 seliggesprochen.